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STYLE UND POPKULTUR

Kultteil: Die französische Arbeiterjacke

Von Will Morley, 9. April 2018

Mit der anhaltenden Vorliebe der Modewelt für traditionelle Arbeitskleidung, werfen wir einen Blick auf eines der begehrtesten Sammlerstücke und Streetstyle-Favoriten: die französische Arbeiterjacke oder auch der kleine Bruder des Blaumanns.

Französische Arbeitsjacke

Foto: The Urban Spotter

Der französische Name für die Arbeiterjacke lautet „bleu de travail“, was soviel wie "Arbeitsblau" bedeutet und ursprünglich für den Indigo-gefärbten Baumwolloverall – der klassische Blaumann – stand, der Ende des 19. Jahrhunderts von französischen Fabrikarbeitern getragen wurde. Heute bezeichnet „bleu de travail“ in der Regel die Jacke aus demselben Material. Schlicht, unverkennbar und strapazierfähig sind die originalen Baumwolljacken mit Knopfleiste heutzutage leichter zu reparieren als aufzustöbern. Glücklicherweise gibt es mittlerweile den ein oder anderen Designer, der sich von den klaren Linien und der kastigen Form inspirieren lässt.

Französische Arbeitsjacke

Foto: Rex

Der vielleicht größte Fan der Jacke war der legendäre Streetstyle-Fotograf Bill Cunningham. Wo auch immer er auftauchte – von den Bällen der High Society bis hin zur gemeinen Bushaltestelle – die blaue Jacke war mit von der Partie. Griff er anfangs danach wegen des praktischen Aspekts der großen aufgesetzten Taschen, wurde die „bleu de travail“ bald zu seinem Markenzeichen.

Französische Arbeitsjacke

Foto: Anthea Simms

Die Arbeitsjacke besteht in der Regel aus Baumwolle oder Leinen. Die älteren, echten Vintage-Exemplare, sind meistens teurer und aus Moleskin. Nein, nicht Maulwurfsfell. Und auch nicht die Ledereinbände dieser schwarzen fancy Notizbücher. Moleskin ist eine Art festes, schweres Baumwollgewebe. Irgendwo zwischen Velours und Gams, fühlt es sich weich, fast flauschig an. Vor ein paar Jahrzehnten Stand es hoch im Kurs für seinen relativ erschwinglichen Preis, seine Wascheigenschaften und Strapazierfähigkeit. Auch deshalb findet man auf den meisten Vintage-Teilen Flicken und Patches, was sie nur einzigartiger (und im Zweifel teurer) macht.

Französische Arbeitsjacke

Foto: Imaxtree

Die charakteristische Farbe war nicht nur der Erschwinglichkeit des Färbemittels geschuldet, sondern diente auch als Signal, um französische Arbeiter von ihren Vorarbeitern und Managern zu unterscheiden. Die Higher-Level-Typen trugen leichtere weiße oder graue Hemden und Jacken, die weniger strapazierfähig sein mussten als die der Jungs in den Fabrikhallen und auf den Feldern. Welch nette Ironie, dass man heute, um der Modemeute einen Schritt voraus zu sein, nach einer speziell für die Masse entworfenen Jacke greift.

Französische Arbeitsjacke

Foto: Imaxtree

Also, wie sollte man die Jacke nun tragen? Das simpelste Beispiel ist, einfach die Jeansjacke gegen eine zu tauschen, schon allein um ein Double-Denim-Dilemma zu vermeiden (ja, schon klar, Jeans auf Jeans ist in Styler-Kreisen mehr als akzeptabel, aber in deiner Stammkneipe gibt es immer irgendeinen Stänkerer). Authentisch wird der Look mit einem Paar weiten Jeans oder grünen Arbeitshosen, einem weißen T-Shirt und hohen Stoffneakern. Ein rotes Halstuch oder Bandana kann ebenfalls nicht schaden.

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