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Lerne Spider-Mans Freundin Laura Harrier kennen

Von Shannon Mahanty, 29. Mai 2017

Die Sommer-Ausgabe des ASOS Magazins ist da und das feiern wir, indem wir dir das Covergirl Laura Harrier vorstellen. Sie tritt in die großen Fußstapfen von Spider-Mans Freundin – damit ist sie die erste schwarze Schauspielerin, die diese Rolle besetzt. Lerne das Mädchen kennen, das die Welt verändern wird. 

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Hunderttauende demonstrieren auf den Straßen, Social-Media-Beiträge werden gesehen, geteilt und verbreitet, Millionen Unterschriften unterstützen Petitionen und unzählige Briefe landen in der Post von Politikern und Drahtziehern. Im Jahr 2017 hat Aktivismus viele Gesichter – aber ein richtiges Ergebnis hat die Summe aller Aktivitäten noch nicht gebracht. Woran merkt man, welche Wucht ein Protest wirklich hat, ein Podcast, oder ein blitzschnell verbreiteter Social-Media-Post? Die Auswirkungen sind jetzt kaum messbar, erst die kommenden Generationen werden sie zu spüren bekommen. Und doch wollen ganze Nationen überall auf der Welt Veränderungen schaffen. Das sind die Superhelden des Alltags, versessen auf eine bessere Zukunft. 

 

Eine solche Heldin treffe ich an einem schönen Frühlingstag in Santa Monica, in einem Restaurant mit Blick aufs Meer. Auf der Terrasse sitzt die 27-jährige Schauspielerin Laura Harrier und blickt mir ins Gesicht. „Soziale Gerechtigkeit ist mir so wichtig“, sagt sie stolz. „Ich habe mich immer leidenschaftlich damit beschäftigt und darüber gesprochen. Im Moment leben wir in einer beängstigenden Zeit und ich habe eine Stimme, die gehört wird. Als schwarze Frau habe ich die Pflicht, wichtige Dinge anzusprechen und das Bewusstsein für bedeutsame Themen zu schärfen.“ 

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Das erste Mal habe ich den Namen Laura Harrier gehört, als bekannt gegeben wurde, dass sie neben Hollywood-Größen wie Robert Downey Jr. und Michael Keaton in Spider-Man: Homecoming mitspielen würde. Vor Spider-Man waren ihre größten Rollen in kleinen Indie-Filmen und One Life To Live, einer amerikanischen Soap über verfeindete Familien, die aber bereits abgesetzt wurde. Wie landete so ein Mädchen in einem gigantischen Marvel-Blockbuster? 

 

Als Spider-Mans neuer Schwarm Liz tritt sie als erste schwarze Frau in die Fußstapfen von Kirsten Dunst und Emma Stone. Eine große Rolle, die prägt. Wenn man ihr begegnet, spürt man sofort die Magie, mit der sie Regisseure und Casting-Agenten für sich gewonnen hat. 

 

Laura ist warmherzig, lustig, offen und erzählt beim Mittagessen ihre Geschichte. Seit fast einem Jahrzehnt lebt sie in New York – mit 18 ist sie zu Hause ausgezogen, um an der New York Univerity zu studieren. Das Studium brach sie später aber ab, um sich der Schauspielerei zu widmen. Dann bekam sie einen Platz an der angesehenen William Esper-Drama-School. Dort lernte sie nicht nur in andere Rolle zu schlüpfen, sondern auch sich selbst besser kennen. 

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„Im ersten Studienjahr geht es im Grunde darum, dein Innerstes nach außen zu kehren, es auf den Boden zu werfen und darauf herumzutrampeln“, erzählt sie lachend. „Das war heftig. Ich bin im Mittleren Westen aufgewachsen, da ist man hö ich. Du bist nicht laut, du stellst dich nicht in den Vordergrund. Ich habe in der Schauspielschule gelernt, dass es in Ordnung ist, deine Gefühle zu zeigen. Es ist OK, diese starken Gefühle zu spüren. Ich lasse es zu, am Boden zerstört oder wütend sein, um mir danach zu sagen: ,Wird schon alles wieder gut werden.’“ 

 

Vor dem Umzug nach New York wuchs Laura in Chicago auf und besuchte die berüchtigte Evanston Township High School,die gleiche Schule, auf die auch die Mean Girls gegangen sind. Diese Gegend von Chicago – die North Shore – ist auch die Heimat anderer Film-Teenager. John Hughes, Ur-Vater des Coming-of-Age-Genres, hat hier in den 80ern eine Reihe von Filmen wie Pretty In Pink und Ferris macht blau gedreht. Laura wuchs quasi im Hollywood des Mittleren Westens auf.

 

„Es war nicht ganz so wie in den Filmen“, sagt sie. „Ich hatte gute Freunde und meine High-School-Freundinnen stehen mir heute noch sehr nah. An der Schule habe ich am meisten geliebt, dass dort jedes Kind wilkommen war, egal welche Hautfarbe oder soziale Herkunft es hatte. Das war einfach cool.“ 

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Vielleicht ist es Schicksal, aber im vergangenen Jahr beschrieb Spider-Man-Regisseur Jon Watts seinen Film auf der Comic-Con als eine Art „John-Hughes-Film“. „Es ist ein ehrlicher High-School-Film“, sagte er. „Es geht um das Leben eines 15-jährigen Kindes. Das ist die geerdete Version des Marvel-Universums. Wir wissen, wie es ist, ein Playboy-Milliardär zu sein, oder ein nordischer Gott, und jetzt werden wir erfahren, wie es sich anfühlt, die Pubertät gerade hinter sich gebracht zu haben.“ 

 

Jon Watts wollte für Spider-Man: Home- coming eine facettenreichen Cast, denn der Film spielt in einer Schule in Queens, einem Stadtteil von New York, der ethnisch bunt gemischt ist. Als Laura ihm von ihren eigenen Erfahrungen als Kind erzählte, antwortete er: „Das ist perfekt! Du hast alles selbst durchlebt.“

 

Spider-Man: Homecoming ist Lauras erster richtiger Spiel lm und es scheint, als würde alles zusammenpassen. Schon im Trailer ist Marvels neuer Multi-Kulti-Look spürbar, vor allem im Vergleich zu The Amazing Spider-Man aus dem Jahr 2012, in dem die Besetzung, bis auf einen asiatischen Wissenschaftler, überwie- gend weiß war. „Ich nde es cool, wie wir für Spider-Man besetzt wurden“, sagt Laura. „Es fühlte sich nicht unnatürlich an, weil es der Situation in einer echten High School entspricht. Wir haben alle eine andere Herkunft, eine andere Hautfarbe. So sieht die Welt aus und es ist Zeit, dass die Filmwelt das auch zeigt. Ich liebe es, Teil von Spider-Man zu sein, weil der Film den Unterschied zwischen echter Vielfalt und Minderheiten-Quote zeigt.“ 

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 „Als ich zu meinem ersten Spider-Man-Vorsprechen ging, saßen im Warteraum ganz unterschiedliche Mädchen. Weiß, schwarz, spanisch, asiatisch... Es ist cool, dass man sich darauf konzentriert hat, eine Person zu finden, die den Filmcharakter richtig repräsentiert, statt nur einen Haken hinter die Sache zu machen. Keiner wurde gecastet, um die Rolle eines schwarzen Mädchens zu besetzen.“ 

 

Den sogenannten Tokenismus, den Laura hier beschreibt, kennt sie aus erster Hand. Schon am Anfang ihrer Karriere bemerkte sie die, dass man ihr häu g die Rolle der „Drogendealer- freundin“ anbot, oder Charaktere, die buch- stäblich nur dazu da waren, um „einen Mann anzuhimmeln. Ich habe kein Problem damit, das Techtelmechtel zu spielen,“ fährt sie fort, „aber ich möchte einen realistischen Menschen darstellen. In den letzten Jahren hat sich da schon etwas bewegt.“ 

 

Als Beispiel nennt sie die Art und Weise, wie der Oscar-Film Moonlight eine Minderheiten-Geschichten der breiten Masse näher brachte. „Dass man in der Lage ist, solche Geschichten zu erzählen, ist das Wichtigste“, sagt sie. „Wir sind immer noch nicht da, wo wir sein sollten, aber auf dem richtigen Weg. Es gibt noch einiges zu tun.“ 

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Diese „Da-muss-noch-mehr-gehen“-Haltung ist typisch für Laura. Sie ist Teil einer Generation, die sich bewusst ist, dass es vieles gibt, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Einer Generation, für die Aktivismus eine Grundeinstellung ist. Angesichts einer sich wandelnden politischen Landschaft und der Ungewissheit über die Zukunft, reicht es nicht mehr aus, die Welt bei einem Glas Wein mit Freundinnen einzurenken. Wie viele ihrer Generation, wurde Laura beim Erwachsenwerden mit einer sich schnell verändernden Welt konfrontiert, und mit der Erkenntnis, dass Dinge nicht unbedingt so ausgehen, wie man es sich als Kind erhofft hat. Aber sie weigert sich zu glauben, dass es für Veränderungen zu spät ist und posaunt das auch in die Welt hinaus. 

 

Ob es die Teilnahme an Protesten ist, der Aufschrei bei Ungerechtigkeiten oder das Vernetzen mit Organisationen wie Planned Parenthood oder American Civil Liberties Union auf Instagram, Laura ist immer in Bewegung. „Social Media hat auch Nachteile“, erklärt sie, „aber das Gute daran ist, dass junge Leute etwas über Politik lernen, in Kontakt kommen und herausfinden können, was in der Welt los ist und wie alles ineinandergreift. Das hatte ich in der Schule auch gern gehabt.“ 

 

Yara Shahidi, Rowan Blanchard und Spider-Man Co-Star Zendaya sind für Laura Menschen, die sie Tag für Tag begeistern. „Diese Frauen benutzen ihre Stimmen und Platt- formen, um über echte Themen zu sprechen.“ 

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Ein paar Monate zuvor machte Lauras Instagram-Bild im ASOS-Büro die Runde. Darauf trägt sie ein T-Shirt mit dem Slogan: “Die Zukunft ist weiblich.” In anderen Beiträgen ermutigt sie ihre Follower „Transgender-Kinder zu schützen” oder zitiert Bürgerrechtler. 

 

„Es gibt so viel Wut da draußen“, sagt sie. „Ich habe in New York Geschichten von musli- mischen Frauen gehört, deren Kopftücher heruntergerissen wurden. So viele Kunst- und Bil- dungsprogramme werden gestrichen und statt- dessen werden Mauern gebaut. Sie stehlen die Ressourcen von Kindern und Menschen, die Kunst brauchen. Mir hat Kunst geholfen. Ich habe weniger Angst vor der Gesellschaft.“ 

 

„Aber die Leute kämpfen, sie benutzen ihre Stimmen auf eine Weise, wie wir es seit dem Vietnamkrieg nicht mehr gesehen haben.” 

 

Laura mag gerade die Rolle ihres Lebens ergattert haben, für den Rest ihrer Arbeit gilt: Sie hat gerade erst begonnen.



 

Spider-Man: Homecoming kommt am 13. Juli ins Kino.

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